Halloween

 
Da es immer mehr um sich greift Halloween zu feiern habe ich mich dazu entschlossen etwas zu Halloween zu schreiben. Halloween ist kein urschottisches Fest, aber es ist mit Sicherheit schottischer als US-amerikanisch.

Der Ursprung von Halloween liegt in vorchristlicher Zeit, die Kelten feierten am 1. November den Beginn des neuen Jahres, Samhain. Das Vieh wurde am letzten Tag des Jahres von den Sommerweiden geholt, größere Stückzahlen geschlachtet, um das Überwintern kleinerer Viehbestände zu erleichtern und es wurden Landpachtverträge erneuert. Aber am letzten Tag des Jahres trieben die Geister der im abgelaufenen Jahr verstorbenen, Hexen, Kobolde, schwarze Katzen, Feen und Dämonen ihren Spaß mit den Lebenden.
Die Druiden (keltische Priester) versuchten diese mit riesigen Feuern zu vertreiben. Durch kleine Opfergaben, die vor dem Haus platziert wurden, sollten die Geister beschwichtigt werden. In eine Rübe wurde ein Gesicht geschnitzt und eine Kerze hineingestellt, was den Geistern vorgaukeln sollte, dass hier schon eine verdammte Seele ihr Unwesen trieb. Diese bekam in späteren Jahrhunderten den Namen "Jack O'Lantern", dazu später mehr.

Häufig verkleidete man sich mit Tierfellen, um die Geister zu täuschen und zu erschrecken. In jener Nacht war es aber auch möglich, das Jenseits um Rat in Bezug auf Heirat, Glück, Gesundheit oder Tod zu bitten. Die Bräuche hielten sich auch in Zeiten der römischen Unterwerfung und wurden mit den Riten um die Göttin Pomona bereichert, die ihr Erntefest am 1. November feierte. Bis ins frühe Mittelalter fanden die Feste statt. 835 beschloß Papst Gregor IV. das Fest "Allerheiligen" zu Ehren der Jungfrau Maria und aller Heiligen an jenem Tage zu feiern. Die heidnischen Feste zu übernehmen erleichterte die Christianisierung. So läßt sich auch der heutige Name ableiten - "Allerheiligen" ist im englischen "All Hallows", der Vorabend ist "All Hallows Eve(ening)", die im laufe der Jahre erfolgte Verkürzung bzw. Zusammenziehung ergibt "Halloween". Halloween wurde vornehmlich in den katholischen Gegenden der Britischen Inseln, vor allem in Irland, gefeiert. Als dann im 18. und 19. Jahrhundert die Auswandererströme aus Irland und Schottland nach Amerika schwappten, nahmen sie ihr Halloween mit in die Neue Welt. Da Rüben zum einen in der neuen Welt weniger verbreitet waren und zum anderen der Kürbis aufgrund seiner Größe mehr Gestaltungsmöglichkeiten bot, wurde aus dem "Rübengesicht" ein "Kürbiskopf".

Noch heute sind die Riten der Ahnen also aktiv - Verkleidung, Opfergaben (jetzt an die Kinder) und Kürbisköpfe. In Schottland und Wales werden noch Halloweenfeuer entzündet und es finden Spiele statt, in denen herausgefunden werden soll, wer, wann, wie und wo im kommenden Jahr heiratet. Auch ist der Glaube an Geister und Hexen nach wie vor tief verwurzelt. Allerdings ist die religiöse Bedeutung geschwunden.

Die Geschichte von Jack O'Lantern

An einem Abend vor Allerheiligen saß ein geiziger und dem Alkohol zugeneigter Schmied mal wieder in der Kneipe. Jack, so sein Name, erschien der Teufel und wollte ihn abholen. Der Schmied bot dem Teufel seine Seele an, wenn er noch einen letzten Whiskey trinken dürfe. Der Teufel stimmte zu, musste sich jedoch selbst in die nötige Sixpence-Münze verwandeln, da Jack angeblich kein Geld hatte. Als diese auf dem Tisch lag, tat Jack etwas für ihn ungewöhnliches, verzichtete auf den Drink und steckte stattdessen die Münze in seinen Geldbeutel und verschloss ihn fest. Da dieser ein Kreuzschloß besaß konnte der Teufel sich nicht zurückverwandeln. Der Schmied handelte mit dem Teufel und vereinbarte, dass er für des Teufels Freiheit weitere zehn Jahre auf Erden geschenkt bekäme.

Zehn Jahre später, wieder in der Nacht vor Allerheiligen, kam der Teufel zurück und wollte Jack mit sich nehmen. Wieder bat er um einen letzten Gefallen: Der Teufel solle ihm einen Apfel, sozusagen als Henkersmahlzeit, pflücken. Wieder stimmte der Teufel zu und hätte es besser nicht getan: Als er auf den Apfelbaum geklettert war und oben saß, versah Jack den Stamm mit seinem Messer mit einem Kreuz - wieder saß der Teufel fest. Wieder wurde gehandelt und der Teufel versprach Jack, dass er niemals seine Seele holen werde.

Als Jack endlich starb, wurde ihm der Zugang zum Himmel aufgrund seiner weltlichen Sünden verwehrt und er wurde in die Hölle geschickt. Aber auch hier wurde ihm der Eintritt verwehrt, weil der Teufel ja versprochen hatte, niemals Jacks Seele zu holen. Er wurde zurückgeschickt woher er gekommen war, auf die Erde. Da es recht ungemütlich mit Kälte, Wind und Dunkelheit war, bekam Jack ein Stück Kohle direkt aus dem Höllenfeuer mit auf den Weg. Er legte die glühende Kohle in eine ausgehöhlte Rübe, um sie vor dem Wind zu schützen und machte sich auf den Weg. Seit jener Zeit wandelt seine verdammte Seele mit der Laterne am Vorabend von Allerheiligen durch die Dunkelheit - bis zum Tag des jüngsten Gerichts.