Die Geographie Schottlands

Schottland ist ein Landesteil des Vereinigten Königreiches Großbritannien und Nordirland, das sich über das nördliche Drittel der Insel Großbritannien erstreckt.

Bereits 1603 wurden die Königshäuser von Schottland und England unter James VI. (und I. von England) in Personalunion vereint, 1707 wurde der United Kingdom proklamiert und die Vereinigung der Parlamente vollzogen. Es gibt in Schottland jedoch ein eigenes Gerichtswesen, eine eigene Kirche und ein stark abweichendes Bildungswesen. Des weiteren hat Schottland eigene Banknoten (Scottish Pound). Seit 1999 hat Schottland wieder ein eigenes Parlament und Regionalverwaltung - die Scottish Executive - mit Sitz in Edinburgh. Das Schottische Parlament ist zuständig für die folgenden Ressorts:

Das Parlament hat das Recht, die Höhe der Einkommenssteuer festzulegen und auf Gebieten, für die es zuständig ist, Gesetze zu erlassen oder alte Gesetze aufzuheben. Die Regionalregierung Schottlands wird vom First Minister geleitet. In ihrer Verantwortung liegen alle Behörden und öffentlichen Institutionen, deren Funktionen und Dienste von London nach Edinburgh übertragen wurden, sie ist dem Schottischen Parlament hierfür rechenschaftspflichtig.

Schottland grenzt im Norden und Westen an den Atlantik, im Osten an die Nordsee und im Süden an England. Die zahlreichen zu Schottland gehörenden Inseln gehören größtenteils zu den Inselgruppen Hebriden (Innere und Äußere) im Westen und den Orkney- und Shetland-Inseln im Norden. Die größte der übrigen Inseln ist Arran vor der Westküste im Firth of Clyde.

Die Gesamtfläche Schottlands, inklusive der Inseln, beträgt 78.313 km², davon machen Binnengewässer ca. 1.500 km² aus. Schottlands Hauptstadt ist Edinburgh (ca. 450.000 Einwohner), Glasgow mit ca. 600.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt. Eine Gesamteinwohnerzahl von ca. 5,1 Mio. ergibt eine Bevölkerungsdichte von 65 Einwohnern/ km². Der Name leitet sich von einem irischen Stamm, den Scoten (oder Scotti), her, der sich in Schottland ansiedelte. Schottland kann man grob in die folgenden Regionen unterteilen, die der Verwaltungsgliederung von 1975 bis 1996 entsprechen:

1889 wurden die ursprünglich 34 traditionellen Grafschaften in 33 Verwaltungsgrafschaften gegliedert. 1975 wurden diese wiederum in 9 Regionen und 3 Inselbezirke gefaßt (siehe oben), ehe sie 1996 wieder auf 32 "Unitary Authorities", darunter 3 Inselbezirke, aufgelöst wurden. Hier sind die Listen der Grafschaften und Unitary Authorities zu finden.

Die Topographie Schottlands zeigt deutliche Auswirkungen der Eiszeit. Hierfür charakteristisch sind die tief eingeschnittenen Täler, aus denen sich die zahlreichen Lochs und Firths (Fjorde) bildeten, das glaziale Geschiebemergel (Bezeichnung für alle Ablagerungen, die in Folge von Gletschern erfolgt sind), der die Grundlage für die fruchtbaren Böden in den östlichen Lowlands darstellt, und die lang gestreckten Moränenhügel. Bei den tiefen Einschnitten in die Westküste, handelt es sich um übertiefte Täler, die von den Schotten meist als Sea lochs bezeichnet werden, während die breiten Einbuchtungen als Firths bezeichnet werden.Im Besonderen sind Firth of Lorne, der Firth of Clyde und der Solway Firth an der Westküste, der Dornoch Firth, der Moray Firth, der Firth of Tay und der Firth of Forth an der Ostküste zu nennen.

Die schottische Küste ist unter Einbeziehung der Firths und Lochs etwa 3.700 km lang. Die Landschaft Schottlands ist weitgehend von Bergland bestimmt, läßt sich jedoch von Norden nach Süden in drei deutlich zu unterscheidende Regionen einteilen:

Auf die Highlands, die am stärksten zerklüftete Region auf der britischen Hauptinsel (300 Erhebungen sind über 900 Meter hoch), entfällt über die Hälfte der gesamten Landfläche Schottlands. Sie bestehen aus parallel von Nordosten nach Südwesten verlaufenden Bergketten, die von tiefen Schluchten und Tälern durchschnitten werden.

Die Grabensenke Glen More oder Great Glen, die sich von Inverness am Moray Firth im Nordosten über Loch Ness, Loch Oich, Loch Lochy in südwestlicher Richtung bis Fort William am Loch Linnhe zieht, teilt die Highlands in zwei Teile. Zwischen 1803 und 1822 wurde hier durch den Caledonian Canal eine schiffbare Verbindung zwischen dem Atlantik und der Nordsee geschaffen. Der Kanal erreichte jedoch nie die erhoffte wirtschaftliche Bedeutung.

Nordwestlich der Senke liegen die North West Highlands mit stark erodierten Bergkuppen, die eine Höhe von 610 bis 915 Metern erreichen. Im Südosten dieser geographischen Trennlinie ist die Topographie sehr abwechslungsreich, das Land wird von den Grampian Mountains durchzogen mit den Cairngorms im Osten. Am Loch Linnhe liegt der höchste Berg der gesamten Britischen Inseln, der Ben Nevis mit 1343 üNN. Die "bescheidenen" 1343 Meter trügen, liegt dieser Berg ja direkt am Meer.

In den Central Lowlands, ein schmaler Tieflandgürtel, der nur etwa ein Zehntel der Landfläche Schottlands ausmacht, leben 3/4 der schottischen Bevölkerung. Die Central Lowlands werden von verschiedenen Hügelketten durchzogen, zu denen u. a. die Ochil- und Sidlawhügel zählen, und von einigen wichtigen Flüssen, wobei besonders Clyde, Forth und Tay erwähnenswert sind.

Seine schmalste Stelle erreicht Schottland in den Lowlands, wo sich der Firth of Clyde und der Firth of Forth 50 km nah kommen. Hier liegen auch die beiden wichtigsten Metropolen, Glasgow am Firth of Clyde und Edinburgh am Firth of Forth. Hier liegen auch die Industriezentren. Das Tiefland ist dann wieder vorwiegend landwirtschaftliche Nutzfläche.

Das Terrain der Southern Uplands ist nicht so stark zerklüftet wie die Highlands und besteht überwiegend aus einem Moorheideplateau, durch das sich sanft abfallende, weiträumige Täler ziehen und aus dem Felsnasen und -vorsprünge emporragen. Außer dem Gipfel Merrick in der Region Dumfries and Galloway im Südwesten, der 843 Meter hoch ist, erreichen nur einige wenige Erhebungen in den Southern Uplands mehr als 750 Meter. Entlang der schottisch-englischen Grenze verlaufen die Cheviot Hills, die an die Southern Uplands grenzen.

In Schottland gibt es reichlich Flüsse und Seen. Unter den Seen, die besonders zahlreich in den Central Lowlands und den Highlands vorkommen, sind Loch Lomond, der größte der Seen, Loch Ness, Loch Tay und Loch Katrine erwähnenswert. Die meisten schottischen Flüsse, sind reißende, schnell fließende Gewässer mit kurzem Flusslauf und somit von geringer Bedeutung für Handel und Verkehr. Der längste Fluss in Schottland ist der Tay, doch der Clyde hat als wichtigster Wasserweg durch seine Verbindung mit dem Binnenhafen von Glasgow weitaus größere Bedeutung. Weitere große Flüsse sind u. a. Forth, Tweed, Dee und Spey.