Berühmte Schotten

Kaum jemand in Deutschland ist sich über schottische Leistungen bewußt, da häufig alles gerne den Engländern als globalen Briten zugeschrieben wird. Ich habe hier mal einige bekannte Schotten zusammengetragen, anfangen will ich bei der Literatur.

Robert Burns (1759-1796) zeichnet für das immer wieder intonierte "Auld Lang Syne" verantwortlich, Sir Walter Scott (1771-1832) schrieb mit seinen "Waverly Novels" den ersten europäischen historischen Roman. Seine Epen "Das Herz von Midlothian", "Ivanhoe" und "Quentin Durward" erlangten Weltruhm. Robert Louis Stevenson (1850-1894) schuf z.B. "Die Schatzinsel", "Die Abenteuer des David Balfour" und "Dr. Jekyll und Mr. Hyde", "Peter Pan" stammt von Sir James Barrie (1860-1937). Der Erfinder des Sherlock Holmes, Conan Doyle (1859-1930) stammt ebenso aus Schottland wie der Autor des Kinderbuches "Der Wind in den Weiden", Kenneth Grahame (1859-1932). Die erste Ausgabe der Encyclopaedia Britannica wurde 1768-1771 von Bell & MacFarquhar in Edinburgh veröffentlicht.

Die industrielle Revolution hätte ohne James Watt (1736-1819), dem Erfinder der Dampfmaschine, wohl nicht stattgefunden. John McAdam (1756-1836) führte die Schotterdecke (Macadamisation) für Straßen ein und Thomas Telford (1757-1834) sowie Sir William Arrol (1839-1913) waren begnadete Brückenkonstrukteure. Telford baute z.B. die "Menai Straits", die Brücke über den Atlantik, die Anglesey und Wales verbindet, sowie den "Caledonian Canal". Arrol erschuf die noch heute in Betrieb befindlichen Eisenbahnbrücken über den Tay sowie den Forth und wirkte an der Londoner Tower Bridge mit.

Robert Burns


David Livingstone

James Nasmyth (1808-1890) erfand den Dampfhammer, die Hobelmaschine, die Dampframme und die dampfbetriebene Drehmaschine. James Young 1811-1883) entwickelte den Prozess des Ölraffinierens, basierend auf ölhaltigem Schiefer. Und noch zwei Schotten bestimmen unser tägliches Leben: Robert William Thomson (1822-1873) erfand den luftgefüllten Reifen und ließ sich dies 1845 patentieren. Da die Herstellung zu kostspielig erschien, wurde dieses Vorhaben fallen gelassen. John Boyd Dunlop (1840-1921) griff 1888 die Idee wieder auf und stellte ihn industriell her, Dunlop machte aus der Gummiverarbeitung einen wichtigen Industriezweig. Thomson ließ sich noch den Füllfederhalter und die dampfbetriebe Zugmaschine patentieren.

Kirkpatrick MacMillan (1813-1878) erfand das erste pedalbetriebene Fahrrad, versäumte es jedoch sich diese Erfindung patentieren zu lassen, so dass sie häufig kopiert wurde. Charles Mackintosh (1766-1843) erfand eine wasserfeste Gummi-Stoffmischung, aus der der Regenmantel hergestellt wurde. Verantwortlich für das erste transatlantische Kabel war William Thomson, Lord Kelvin of Largs (1824-1907). Bekannter ist der in Irland geborene Mathematiker und Physiker wohl für die von ihm eingeführte absolute Temperatur-Skala (Kelvin). Alexander Graham Bell (1847-1922) erfand in seinem amerikanischen Exil das Telefon. John Logie Baird (1888-1946) erfand das Fernsehen und den heute in der Datentechnik genutzten Lichtwellenleiter.

James Small (1730-1793) erfand den eisernen Pflug, Reverend Patrick Bell (1800-1669) erfand eine Erntemaschine, die als direkter Vorläufer des Mähdreschers gilt. Sir Robert Alexander Watson-Watt (1892-1973) war führender Kopf bei der Entwicklung der Radartechnologie während des zweiten Weltkrieges, James Clerk Maxell (1831-1879) in der Erforschung des Elektromagnetismus und ebnete so den Weg für die Quantenphysik. Einstein sagte von ihm, dass er ihm die Richtung zu seinen Entdeckungen gewiesen habe. Er gilt neben Newton und Einstein als größter Physiker. Der Logarithmus geht auf John Napier (1550-1617) zurück, die Gase Argon, Helium, Neon, Xenon und Krypton wurden durch Sir William Ramsey (1852-1916) entdeckt. Und wo wir gerade bei den Qualen der Schüler sind: Die Kreidetafel haben wir ebenso James Pillans (1778-1864) wie die farbige Kreide zu verdanken. Eine hübsche Erfindung war auch das Kaleidoskop durch Sir David Brewster (1781-1868). Eine eher praktische Erfindung war dann schon die durch James Chalmers (1782-1853) erfundene klebende Briefmarke.

Bereits 1492 verfügte die Universität von Aberdeen über eine medizinische Fakultät. Sir Alexander Fleming (1881-1955) entdecke das Penizillin. Neben dem Ritterschlag erhielt er 1945 auch den Nobelpreis dafür. Die Anästhesie verdankt das Chloroform Sir James Young Simpson (1811-1870), James Braid (1795-1860) war ein Pionier des Hypnose.

Sir Patrick Manson (1844-1922) gelang der Nachweis, das Malaria durch Moskitos übertragen wird und forschte im Bereich der Schlafkrankheit und BeriBeri. James Lind (1716-1794) entdeckte als Arzt der britischen Navy, dass Zitrusfrüchte Skorbut verhindern. Der Begründer der Soziologie kommt ebenso aus Schottland,(Adam Ferguson(1723-1816), wie der große Adam Smith (1723-1790), der als Begründer der klassischen Nationalökonomie gilt.

James Bruce (1730-1794) entdeckte die Quelle des blauen Nil, Mungo Park (1771-1806) kartographierte große Teile des afrikanischen Hinterlandes und bestimmte den Lauf des Niger. Beim Versuch dessen Quelle zu finden starb er. Und nicht zuletzt der große David Livingstone (1813-1873) ist ebenfalls Schotte. Er war als Entdecker, Mediziner und Missionar in Afrika tätig, bereiste als erster Weißer den Tanganyika-See und entdeckte die Viktoria-Fälle. Auch er kam bei dem Versuch die Quelle eine großen afrikanischen Stroms, des Nils, zu finden ums Leben. Die Murchison-Fälle in Uganda und der Fluß Murchison tragen den Namen eines Schotten - Sir Roderick Impey Murchison (1792-1871).

In der Expeditiongruppe, die 1909 den magnetischen Südpol erreichte, wirkte als Arzt mit Alistair Forbes-MacKay (1878-1914) ebenfalls ein Schotte mit. Übrigens, auch der Konzertflügel ist auf dem Mist eines Schotten gewachsen, John Broadwood (1732-1812), und die weltberühmte Bank von England wurde vom Schotten William Paterson (1658-1719) gegründet.

Bei all diesen Errungenschaften darf man nie vergessen, dass die Bevölkerungszahl in Schottland nie rund 5,2 Mio. Einwohner übertraf.